Hausmittel gegen Hämorrhoiden: Was wirklich hilft
Inhaltsverzeichnis
Wichtig: Hausmittel können Beschwerden durch vergrößerte Hämorrhoiden lindern, die Ursache jedoch nicht beseitigen. Bei anhaltenden oder stärkeren Beschwerden ist ärztliche Hilfe notwendig.
Sitzbäder – Omas bewährtes Hausmittel
Sitzbäder zählen zu den ältesten und besten Hausmitteln gegen Hämorrhoiden. Warmes Wasser (etwa 37 °C) fördert die Durchblutung, kann die Entzündung hemmen und den gereizten Analbereich beruhigen. Ein Sitzbad von 10 bis 15 Minuten, zwei- bis dreimal täglich, bringt vielen Betroffenen spürbare Linderung.
Wirksame Zusätze für Sitzbäder
Dem Wasser können Zusätze mit entzündungshemmenden Eigenschaften beigefügt werden:
- Eichenrinde enthält Gerbstoffe, die zusammenziehend wirken und Nässen reduzieren.
- Kamille wirkt entzündungshemmend und beruhigt gereizte Haut.
- Hamamelis (Zaubernuss) fördert das Abschwellen und lindert Juckreiz.
- Teebaumöl – nur wenige Tropfen und stets verdünnt verwenden, da es empfindliche Haut reizen kann.
- Arnika unterstützt die Wundheilung und hemmt Entzündungen.
Für ein Sitzbad eignen sich spezielle Sitzbadewannen aus der Apotheke, die einfach auf die Toilette gesetzt werden.
Salben und Cremes gegen Hämorrhoiden
Rezeptfreie Salben und Cremes aus der Apotheke gehören zu den beliebtesten Hausmitteln bei Hämorrhoiden. Sie werden nach dem Stuhlgang auf den Analbereich aufgetragen und können Beschwerden wie Jucken, Brennen und Schmerzen lindern.
Bewährte Wirkstoffe
- Hamamelis wirkt zusammenziehend und entzündungshemmend.
- Panthenol fördert die Regeneration gereizter Haut.
- Aloe Vera spendet Feuchtigkeit und kühlt.
- Zink trocknet nässende Stellen und schützt die Haut.
- Lidocain – der Wirkstoff Lidocain betäubt lokal und kann Schmerzen beim Stuhlgang kurzfristig lindern.
Kortisonhaltige Salben sollten nur kurzfristig und auf ärztliche Empfehlung eingesetzt werden.
Tipp: Die ANULIND® Crème enthält natürliche Pflanzenextrakte aus Rosskastanie und Süßmandelöl und ist kortisonfrei. Sie erzeugt einen schützenden Gleitfilm, der Schmerzen, Juckreiz und Brennen lindert – rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.
Zäpfchen bei Hämorrhoiden
Zäpfchen gegen Hämorrhoiden werden direkt in den After eingeführt und setzen ihre Wirkstoffe im Analkanal frei. Sie werden häufig zusätzlich zu Salben als Hausmittel bei Hämorrhoiden empfohlen, vor allem wenn Beschwerden im inneren Analbereich auftreten. Gängige Wirkstoffe sind Lidocain, Hamamelis oder Zink.
Weichen Stuhlgang fördern – Verstopfung vermeiden
Starkes Pressen beim Stuhlgang ist eine der Hauptursachen für vergrößerte Hämorrhoiden. Wer den Stuhl weich hält, entlastet die Gefäßpolster im Analkanal erheblich. Diese Maßnahmen helfen:
Ballaststoffreiche Ernährung
Eine Ernährung reich an Ballaststoffen sorgt für einen weichen, geformten Stuhlgang und beugt Verstopfung vor. Setzen Sie auf Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Gemüse und Obst. Ergänzend können Leinsamen oder Flohsamenschalen in den Speiseplan eingebaut werden – auch Weizenkleie unterstützt die Verdauung.
Ausreichend trinken
Mindestens 1,5 bis 2 Liter pro Tag – bevorzugt Wasser oder ungesüßte Tees – halten den Stuhl geschmeidig und unterstützen eine gesunde Verdauung.
Regelmäßige Bewegung
Schon tägliche Spaziergänge regen die Darmtätigkeit an. Langes Sitzen dagegen fördert einen Blutstau im Analbereich und kann die Beschwerden verschlimmern.
Der richtige Toilettengang
Das Verhalten auf der Toilette spielt eine unterschätzte Rolle bei Hämorrhoiden. Beachten Sie folgende Punkte:
- Nicht pressen: Starkes Pressen beim Stuhlgang erhöht den Druck auf die Hämorrhoiden. Gehen Sie lieber entspannt zur Toilette und nehmen Sie sich Zeit – aber sitzen Sie nicht zu lange.
- Hockposition nutzen: Ein kleiner Hocker unter den Füßen begradigt den Enddarm und erleichtert die Entleerung ohne starkes Pressen.
- Auf Stuhldrang reagieren: Den Toilettengang nicht aufschieben, denn harter Stuhl durch Verzögerung verstärkt die Beschwerden.
Analhygiene – sanft reinigen statt reizen
Die richtige Analhygiene ist bei Hämorrhoiden entscheidend. Falsche Reinigung kann die Analregion zusätzlich reizen und Beschwerden verstärken.
- Nach dem Toilettengang den Analbereich nicht reiben, sondern sanft tupfen oder abtupfen.
- Toilettenpapier leicht mit Wasser anfeuchten oder spezielle, hautschonende Feuchttücher verwenden.
- Herkömmliche Feuchttücher aus der Drogerie enthalten oft Duftstoffe und Konservierungsmittel, die empfindliche Haut reizen können – greifen Sie stattdessen zu dermatologisch getesteten Pflegeprodukten.
Tipp: Die ANULIND® Reinigungs- und Pflegetücher mit natürlichen Extrakten aus Kamille, Kornblume und Ringelblume reinigen sanft und pflegen die empfindliche Haut im Afterbereich. Der ANULIND® Waschschaum eignet sich ideal für die tägliche Reinigung unter der Dusche.
Weitere Hausmittel im Überblick
Neben den bewährtesten Hausmitteln kursieren viele weitere Tipps. Hier ein kurzer Überblick:
- Apfelessig: Wird verdünnt auf die betroffene Stelle aufgetragen – kann jedoch die Haut reizen. Vorsichtig testen.
- Kühlen: Ein kühles Tuch auf den Analbereich legen kann Juckreiz kurzfristig lindern. Nicht zu lange und nie direkt mit Eis auf der Haut.
- Ringelblumensalbe: Wirkt entzündungshemmend und wird von vielen Betroffenen geschätzt.
Wichtig: Hausmittel wie Honig, Banane oder Quark werden zwar im Internet häufig genannt, ihre Wirkung ist wissenschaftlich jedoch nicht belegt. Die Deutsche Gesellschaft für Koloproktologie empfiehlt, sich bei einem Hämorrhoidalleiden auf medizinisch geprüfte Behandlungsmöglichkeiten zu stützen.
Wann ist ärztliche Hilfe nötig?
Hausmittel helfen vor allem bei Hämorrhoiden im Anfangsstadium. Suchen Sie bitte einen Arzt oder eine Ärztin auf, wenn:
- die Beschwerden trotz Hausmitteln nicht besser werden,
- Blut im Stuhl auftritt,
- starke Schmerzen bestehen,
- Knoten sichtbar oder tastbar sind,
- Symptome über mehrere Wochen anhalten.
Eine ärztliche Behandlung ist wichtig, um andere Erkrankungen auszuschließen und die passende Therapie einzuleiten. Mehr dazu lesen Sie auf unserer Seite zur Behandlung von Hämorrhoiden.
Welche Beschwerden vergrößerte Hämorrhoiden auslösen, lesen Sie in der Übersicht Hämorrhoiden Symptome – etwa zu Juckreiz, Brennen oder Nässen am After. Einen Gesamtüberblick zum Krankheitsbild bietet die Seite Hämorrhoiden.
Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Ob eine Maßnahme im Einzelfall sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden.
Häufige Fragen zu Hausmitteln bei Hämorrhoiden
Was kann man schnell gegen Hämorrhoiden tun?
Was kann man schnell gegen Hämorrhoiden tun?
Ein kühles Sitzbad mit Kamille oder Eichenrinde verschafft schnelle Linderung bei Juckreiz und Brennen. Ergänzend kann eine entzündungshemmende Salbe aufgetragen werden. Die ANULIND® Crème mit natürlichen Wirkstoffen wirkt zuverlässig und zieht schnell ein.
Können Hausmittel Hämorrhoiden heilen?
Können Hausmittel Hämorrhoiden heilen?
Nein. Hausmittel vermögen es zwar, Beschwerden durch Hämorrhoiden zu lindern, vergrößerte Hämorrhoiden bilden sich dadurch aber nicht zurück. Zur Prävention helfen eine ballaststoffreiche Ernährung, ausreichend Bewegung und die Vermeidung von starkem Pressen beim Stuhlgang.
Welche Hausmittel helfen bei Juckreiz im Analbereich?
Welche Hausmittel helfen bei Juckreiz im Analbereich?
Sitzbäder mit Hamamelis oder Eichenrinde, Salben mit Zink oder Panthenol und eine sorgfältige, schonende Analhygiene lindern Juckreiz am effektivsten. Vermeiden Sie Kratzen, da es die Reizung verschlimmert.
Sind Sitzbäder mit Kamille sinnvoll?
Sind Sitzbäder mit Kamille sinnvoll?
Ja. Kamille wirkt entzündungshemmend und beruhigt gereizte Haut. Sitzbäder mit Kamillenextrakt gehören zu den am häufigsten von Fachleuten empfohlenen Hausmitteln gegen Hämorrhoiden.
Darf ich Teebaumöl direkt auf Hämorrhoiden auftragen?
Darf ich Teebaumöl direkt auf Hämorrhoiden auftragen?
Teebaumöl sollte niemals pur angewendet werden, da es die Haut im Analbereich stark reizen kann. Verwenden Sie es ausschließlich verdünnt, etwa als Zusatz für ein Sitzbad.