Zwei lächelnde Personen sitzen Rücken an Rücken in weißer Kleidung.

Hämorrhoiden: Symptome, Ursachen, Stadien und Behandlung

Als „Hämorrhoiden“ werden im Volksmund Beschwerden im Analbereich wie Brennen, Juckreiz oder Schmerzen bezeichnet.
Anulind Pflegeserie mit Reinigungstüchern, Creme und Waschschaum für Analhygiene.

Jeder Mensch hat Hämorrhoiden – sie sind ringförmig angeordnete Gefäßpolster im Analkanal, die zusammen mit dem Schließmuskel den Enddarm zuverlässig abdichten. Erst wenn sich diese Gefäßpolster vergrößern, entstehen Beschwerden. Man spricht dann von einem Hämorrhoidalleiden. Etwa 4 von 100 Erwachsenen suchen jährlich wegen vergrößerter Hämorrhoiden ärztlich Hilfe – die tatsächliche Zahl der Betroffenen dürfte deutlich höher liegen.

Hier erhalten Sie einen Überblick über Symptome, Ursachen, Stadien und Behandlungsmöglichkeiten.

Symptome, Ursachen, Stadien und Behandlung

Hämorrhoiden vergrößern sich, wenn ein erhöhter Druck auf die Blutgefäße im Enddarm einwirkt. Die Vergrößerung der Hämorrhoiden entsteht nicht plötzlich, sondern entwickelt sich über einen längeren Zeitraum. Verschiedene Faktoren können die Entstehung von Hämorrhoiden begünstigen und die Gefäßpolster anschwellen lassen:

  • Starkes Pressen beim Stuhlgang: Wer regelmäßig stark presst, erhöht den Druck auf das Gewebe im Analkanal und belastet die Blutgefäße.
  • Verstopfung (Obstipation): Harter Stuhl und unregelmäßiger Stuhlgang zählen zu den wichtigsten Risikofaktoren. Eine ballaststoffarme Ernährung verstärkt das Problem.
  • Langes Sitzen: Sowohl am Arbeitsplatz als auch auf der Toilette fördert langes Sitzen den Druck im Enddarm.
  • Schwangerschaft und Geburt: Hormonelle Veränderungen und das Gewicht des Kindes begünstigen Hämorrhoiden. Mehr dazu lesen Sie unter Hämorrhoiden in der Schwangerschaft.
  • Schwaches Bindegewebe: Mit zunehmendem Alter verliert das Gewebe an Elastizität, was zur Vergrößerung der Hämorrhoiden beitragen kann.
  • Bewegungsmangel und Übergewicht: Beide Faktoren wirken sich negativ auf die Darmfunktion und den Druck im Beckenbereich aus.
 

Eine detaillierte Erklärung finden Sie auf unserer Seite zu den Ursachen von Hämorrhoiden.

Die vier Stadien der Erkrankung

Hämorrhoiden werden nach ihrem Schweregrad in vier Stadien (Grad 1 bis Grad 4) eingeteilt. Die Einteilung bestimmt die Diagnose und Behandlung:

  • Grad 1: Die Hämorrhoiden sind vergrößert, treten aber nicht aus dem Analkanal hervor. Sie sind nur bei einer Proktoskopie (Enddarmspiegelung) sichtbar. Beschwerden wie leichte Blutungen verlaufen meist schmerzlos. Hier empfiehlt sich die Behandlung mit ANULIND®
 
 
  • Grad 3: Die Hämorrhoiden treten beim Stuhlgang hervor und können nur noch manuell mit dem Finger zurückgeschoben werden. Häufig kommen ein Fremdkörpergefühl und unkontrollierter Abgang von Schleimhaut-Sekret hinzu. Hier ist dringend eine ärztliche Konsultation empfohlen.
 
  • Grad 4: Die fortgeschrittenen Hämorrhoiden lassen sich nicht mehr zurückschieben und befinden sich dauerhaft außerhalb des Afters. Die Blutversorgung der Hämorrhoiden ist eingeschränkt, was starke Schmerzen verursachen kann. Hier ist dringend eine ärztliche Konsultation empfohlen.

Bei Grad 1 und 2 lässt sich die Erkrankung in der Regel konservativ behandeln. Ab Grad 3 sollten Sie eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen. Eine genaue Beschreibung aller Stadien finden Sie unter Hämorrhoiden-Stadien.

Infografik Schweregrade Hämorrhoiden

Diagnose von Hämorrhoiden

Wie werden Hämorrhoiden diagnostiziert? In der Regel erfolgt die Diagnose in mehreren Schritten. Der Arzt oder die Ärztin erfragt zunächst die Beschwerden und Vorgeschichte. Anschließend folgt eine Inspektion und Tastuntersuchung des Analbereichs. Die Proktoskopie ermöglicht es, den Zustand der inneren Hämorrhoiden genau zu beurteilen und den Grad der Erkrankung zu bestimmen. In manchen Fällen wird zusätzlich eine Koloskopie (Darmspiegelung) durchgeführt, um andere Erkrankungen des Darms auszuschließen. Proktologinnen und Proktologen sind auf die Behandlung von Erkrankungen des Enddarms spezialisiert.

🎬 Video: Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?

Behandlung von Hämorrhoiden

Die Behandlungsmöglichkeiten richten sich nach dem Stadium der Erkrankung. Im Frühstadium können die Beschwerden oft mit einfachen Maßnahmen gelindert werden. Einen umfassenden Leitfaden zu konservativen Strategien bietet die Hämorrhoidenbroschüre von Prof. Wunderlich, einem der führenden Experten Österreichs auf diesem Gebiet.

Konservative Behandlung

Bei Hämorrhoiden im Stadium 1 und 2 helfen in vielen Fällen kortisonfreie Salben und Cremes, die Juckreiz und Brennen lindern. Auch Zäpfchen können die gereizte Schleimhaut beruhigen. Sitzbäder mit Kamille wirken entzündungshemmend und können die Beschwerden ebenfalls lindern.

Die ANULIND® Pflegeserie bietet ein kortisonfreies 3-Phasen-System speziell für die Behandlung bei Hämorrhoiden: Die ANULIND® Crème mit Rosskastaniensamen und Allantoin lindert Schmerzen, Juckreiz und Brennen. Der ANULIND® Waschschaum reinigt und beruhigt den empfindlichen Analbereich sanft – ideal als Vorbereitung für die Crème. Für die Pflege unterwegs eignen sich die ANULIND® Reinigungs- und Pflegetücher mit natürlichen Kamillen- und Ringelblumen-Extrakten. Alle Produkte sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.

Lebensstil und Vorbeugung

Geschwollenen Hämorrhoiden vorbeugen – das gelingt am besten durch einen gesunden Lebensstil: Eine ballaststoffreiche Ernährung sorgt für weichen Stuhl und verringert den Druck beim Stuhlgang. Ausreichend Flüssigkeit (mindestens 1,5 Liter täglich) und regelmäßige Bewegung beugen Verstopfung vor und unterstützen die Darmfunktion. Vermeiden Sie langes Sitzen auf der Toilette und starkes Pressen. Auch gezieltes Beckenbodentraining kann die Beschwerden deutlich verbessern. Weitere Tipps lesen Sie unter Hämorrhoiden vorbeugen.

Richtige Pflege und Hygiene bei Hämorrhoiden

Schmerzhafte Hämorrhoiden entstehen nicht aufgrund mangelnder Hygiene – allerdings ist die sorgfältige Reinigung bei bereits vergrößerten Hämorrhoiden besonders wichtig, um Entzündungen und Reizungen im Analbereich vorzubeugen.

🎬 Video: Welche medikamentöse Behandlung ist sinnvoll?

Alltagstipps und Physiotherapie

Neben der medikamentösen Behandlung können Alltagsmaßnahmen und gezielte Physiotherapie-Übungen für den Beckenboden die Beschwerden spürbar lindern.

Alltagstipps bei Hämorrhoiden

Physiotherapie hilft auch bei Hämorrhoiden!

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Hämorrhoiden sind in der Regel eine gutartige Erkrankung. Blut im Stuhl sollte jedoch immer ärztlich abgeklärt werden, um andere Erkrankungen des Darms auszuschließen.

Wenn Blutungen beim Stuhlgang auftreten, die Beschwerden über mehrere Tage anhalten oder sich verschlimmern, ist ein Arztbesuch empfehlenswert. Spätestens ab Grad 3 ist eine ärztliche Behandlung notwendig.

Im Frühstadium können sich leicht vergrößerte Hämorrhoiden durch Lebensstiländerungen und die richtige Pflege zurückbilden. Fortgeschrittene Hämorrhoiden erfordern meist eine gezielte Behandlung.

Bei akuten Beschwerden helfen kühlende Sitzbäder und kortisonfreie Cremes zur schnellen Linderung. Vermeiden Sie starkes Pressen und achten Sie auf eine weiche Stuhlkonsistenz. Weitere schnelle Hilfen finden Sie unter Schnelle Hilfe bei Hämorrhoiden.

Sitzbäder, eine ballaststoffreiche Ernährung und sanfte Analhygiene mit geeigneten Pflegeprodukten wie der ANULIND® Pflegeserie können die Beschwerden bei leichten Hämorrhoiden deutlich lindern. Mehr erfahren Sie unter Hausmittel bei Hämorrhoiden.

Hämorrhoiden kommen sehr häufig vor. Da das Thema vielen Menschen unangenehm ist, gehen Fachleute von einer hohen Dunkelziffer aus. Sowohl Männer als auch Frauen sind betroffen – mehr dazu unter Hämorrhoiden bei Männern und Hämorrhoiden bei Frauen.

Die Dauer hängt vom Verfahren und dem individuellen Heilungsverlauf ab. OÄ Dr. Lechner erklärt die Details im folgenden Video: