Zwei lächelnde Personen sitzen Rücken an Rücken in weißer Kleidung.

Behandlung von Hämorrhoiden: Was wirklich hilft

Juckreiz, Brennen, Blutung beim Stuhlgang – vergrößerte Hämorrhoiden sind unangenehm, aber gut behandelbar. Welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt und wann ein Arzt oder eine Ärztin nötig ist, erfahren Sie hier.
Anulind Pflegeserie mit Reinigungstüchern, Creme und Waschschaum für Analhygiene.

Inhaltsverzeichnis

Jeder Mensch hat Hämorrhoiden – nicht jeder braucht eine Behandlung

Hämorrhoiden sind Blutgefäße und Gewebe im Analkanal, die als Hämorrhoidalpolster den Feinverschluss des Anus unterstützen. Erst wenn sich diese Gefäßpolster krankhaft vergrößern, spricht man von einem Hämorrhoidalleiden. Hämorrhoiden entstehen durch erhöhten Druck im Rektum und Enddarm – etwa durch starkes Pressen beim Stuhlgang, Verstopfung oder langes Sitzen.

Die Behandlung von Hämorrhoiden richtet sich nach dem Schweregrad. In den Stadien 1 und 2 genügt häufig eine konservative Behandlung. Bei fortgeschrittenem Hämorrhoidal-Leiden (Grad 3–4) kann eine chirurgische Behandlung notwendig werden.

Infografik: Behandlung von Hämorrhoiden in vier Stufen – von Lebensstil bis Operation

Konservative Hämorrhoiden-Behandlung: Erste Schritte

Bevor medikamentöse oder operative Maßnahmen zum Einsatz kommen, empfiehlt sich eine Anpassung des Lebensstils. Diese Basismaßnahmen helfen, Beschwerden zu lindern und ein Fortschreiten der Vergrößerung der Hämorrhoiden zu verringern:

  • Verstopfung vermeiden: Ballaststoffreiche Ernährung und ausreichend Flüssigkeit (1,5–2 Liter täglich) halten den Stuhlgang weich. Flohsamen können zusätzlich helfen.
  • Richtiges Toilettenverhalten: Starkes Pressen beim Stuhlgang vermeiden. Nicht zu lange auf der Toilette sitzen. Auf Körpersignale achten.
  • Bewegung: Regelmäßige körperliche Aktivität fördert die Darmtätigkeit und verringert den Druck im Enddarm.
  • Schonende Analhygiene: Den After nach dem Stuhlgang sanft mit Wasser reinigen und trockentupfen. Auf parfümierte Seifen und aggressive Feuchttücher verzichten.

Salben, Zäpfchen und Cremes: Medikamentöse Therapie

Bei Symptomen wie Juckreiz, Brennen oder leichten Blutungen helfen Salben, Zäpfchen und Cremes. Diese medikamentöse Therapie zielt darauf ab, Beschwerden zu lindern – die vergrößerten Hämorrhoiden selbst bilden sich dadurch nicht zurück.

Häufige Wirkstoffe in der Hämorrhoiden-Behandlung

  • Zink und Panthenol: Fördern die Wundheilung und beruhigen gereizte Schleimhaut.
  • Hamamelis und Aloe Vera: Pflanzliche Wirkstoffe mit entzündungshemmender und zusammenziehender Wirkung, die geschwollenen Hämorrhoiden Linderung verschaffen.
  • Lidocain: Betäubt die Haut örtlich und wirkt schmerzlindernd – nur für kurze Zeit anwenden.
  • Kortison: Hemmt Entzündungen, sollte aber nicht dauerhaft eingesetzt werden.

Einige Wirkstoffe sind auch als Analtampons (Zäpfchen mit Mulleinlage) erhältlich, die im Analkanal verbleiben und dort direkt wirken.

Pflanzliche Pflege als sanfte Alternative

Wer auf eine kortisonfreie Behandlung setzt, findet in pflanzlichen Pflegeserien eine schonende Option. Das ANULIND® 3-Phasen-Pflegesystem beispielsweise kombiniert natürliche Inhaltsstoffe wie Wassernabelkraut (Tigergras), Rosskastanie, Kamille und Ringelblume. Die ANULIND® Crème erzeugt einen schützenden Gleitfilm und hilft bei Schmerzen, Juckreiz und Brennen. Ergänzend reinigt der ANULIND® Waschschaum den empfindlichen Afterbereich sanft unter der Dusche, während die Reinigungs- und Pflegetücher für unterwegs geeignet sind. ANULIND® ist rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.

ANULIND Pflegeset bei Hämorrhoiden: Reinigungstücher, Crème und Waschschaum

Sitzbäder bei Hämorrhoiden

Sitzbäder mit lauwarmem Wasser gelten als bewährtes Mittel, um Beschwerden bei geschwollenen Hämorrhoiden zu lindern. Dem Wasser können entzündungshemmende Zusätze wie Kamille, Eichenrinde oder Hamamelis beigefügt werden. Ein Sitzbad von 10–15 Minuten, ein- bis zweimal täglich, kann Juckreiz und Brennen gelindert werden.

Ärztliche Behandlung: Verödung und Gummibandligatur

Bleiben die Hämorrhoiden trotz konservativer Behandlung bestehen, stehen dem Arzt oder der Ärztin ambulante Verfahren zur Verfügung. Diese Eingriffe erfolgen in der Regel schmerzfrei oder schmerzlos und ohne Narkose.

Sklerosierung (Verödung der Hämorrhoiden)

Bei der Sklerosierung wird eine Substanz in das Gewebe nahe der vergrößerten Hämorrhoiden gespritzt. Dadurch vernarbt das Gewebe, die Blutzufuhr wird verringert und die Hämorrhoiden schrumpfen. Die Verödung eignet sich besonders bei Hämorrhoiden 1. und 2. Grades und wird über ein Proktoskop durchgeführt. Die Behandlung ist schmerzfrei.

Gummibandligatur

Bei der Gummibandligatur wird ein kleiner Gummiring über die vergrößerten Hämorrhoiden gestülpt. Dieser unterbindet die Blutzufuhr, sodass das behandelte Gewebe nach einigen Tagen abstirbt und mit dem Stuhlgang ausgeschieden wird. Die Gummibandligatur wird vor allem bei Hämorrhoiden Grad 2 und teilweise Grad 3 angewendet. Der Eingriff erfolgt ambulant und muss je nach Stadium der Hämorrhoiden an mehreren Stellen wiederholt werden.

Chirurgische Behandlung: Wann eine Operation nötig ist

Bei Hämorrhoiden Grad 3 und 4 – wenn die außen getretenen Hämorrhoiden sich nicht mehr zurückschieben lassen oder andere Verfahren nicht ausreichen – kommt eine Operation in Frage. Nur etwa 5–10 % aller Betroffenen benötigen eine Entfernung der Hämorrhoiden.

Gängige OP-Verfahren umfassen die klassische Hämorrhoidektomie sowie die Stapler-Methode (nach Longo), bei der ein Klammernahtgerät eingesetzt wird. Welches Verfahren geeignet ist, entscheidet der Arzt oder die Ärztin je nach Stadium der Hämorrhoiden und individueller Situation. Mögliche Komplikationen wie Nachblutungen oder vorübergehende Schmerzen werden vorab besprochen.

➡ Mehr erfahren: Hämorrhoiden-Stadien im Detail

Welche Beschwerden vergrößerte Hämorrhoiden verursachen, lesen Sie in der Übersicht Hämorrhoiden Symptome.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Ihre Ärztin.

Häufige Fragen zur Behandlung von Hämorrhoiden

Vergrößerte Hämorrhoiden bilden sich in der Regel nicht von selbst zurück. Die Beschwerden können jedoch durch konservative Maßnahmen wie Ernährungsumstellung und Salben gelindert werden. Eine gezielte Therapie beim Arzt führt in den meisten Fällen zu einer deutlichen Besserung.

Das hängt von den Beschwerden ab. Bei Juckreiz helfen Salben mit Hamamelis oder Zink. Bei Schmerzen wirken örtlich betäubende Wirkstoffe wie Lidocain. Pflanzliche Cremes wie die ANULIND® Crème bieten eine kortisonfreie Alternative für die tägliche Pflege. Eine Therapie sollte nicht länger als zwei Wochen ohne ärztliche Rücksprache dauern.

Die Untersuchung mittels Proktoskopie ist in der Regel schmerzlos. Auch ambulante Verfahren wie Sklerosierung und Gummibandligatur angewendet werden nahezu schmerzfrei durchgeführt. Nach einer Gummibandligatur kann ein vorübergehendes Druckgefühl auftreten.

Nach einer Verödung oder Gummibandligatur sind Betroffene meist schnell wieder einsatzfähig. Nach einer Operation sollte mit einer Heilungsdauer von einigen Wochen gerechnet werden. Je nach Schweregrad des Hämorrhoidalleidens sind mehrere Sitzungen nötig.

Treten beim Stuhlgang Blutungen auf oder halten Beschwerden länger als zwei Wochen an, sollte ein Arzt oder eine Ärztin aufgesucht werden. Nur eine ärztliche Untersuchung – etwa durch eine Proktoskopie – kann den Prolaps und andere Ursachen sicher ausschließen.